Mittwoch, 23. Dezember 2015

Das Geburt Jesu Christi


Das Geburt Jesu Christi
Es geschah aber in jenen Tagen, daß eine Verordnung vom Kaiser Augustus ausging, den ganzen Erdkreis einzuschreiben. Die Einschreibung selbst geschah erst, als Kyrenius Landpfleger von Syrien war. Und alle gingen hin, um sich einschreiben zu lassen, ein jeder in seine eigene Stadt. Es ging aber auch Joseph von Galiläa, aus der Stadt Nazareth, hinauf nach Judäa, in Davids Stadt, welche Bethlehem heißt, weil er aus dem Hause und Geschlecht Davids war, um sich einschreiben zu lassen mit Maria, seinem verlobten Weibe, welche schwanger war. Und es geschah, als sie daselbst waren, wurden ihre Tage erfüllt, daß sie gebären sollte; und sie gebar ihren erstgeborenen Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Raum für sie war.

Und es waren Hirten in selbiger Gegend, die auf freiem Felde blieben und des Nachts Wache hielten über ihre Herde. Und siehe, ein Engel des Herrn stand bei ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn umleuchtete sie, und sie fürchteten sich mit großer Furcht. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die für das ganze Volk sein wird; denn euch ist heute, in Davids Stadt, ein Erretter geboren, welcher ist Christus, der Herr. Und dies sei euch das Zeichen: Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend. Und plötzlich war bei dem Engel eine Menge der himmlischen Heerscharen, welche Gott lobten und sprachen: Herrlichkeit Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, an den Menschen ein Wohlgefallen! Und es geschah, als die Engel von ihnen hinweg in den Himmel fuhren, daß die Hirten zueinander sagten: Laßt uns nun hingehen nach Bethlehem und diese Sache sehen, die geschehen ist, welche der Herr uns kundgetan hat.

Und sie kamen eilends und fanden sowohl Maria als Joseph, und das Kind in der Krippe liegend. Als sie es aber gesehen hatten, machten sie überall das Wort kund, welches über dieses Kindlein zu ihnen geredet worden war. Und alle, die es hörten, verwunderten sich über das, was von den Hirten zu ihnen gesagt wurde. Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten um, indem sie Gott verherrlichten und lobten über alles, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es ihnen gesagt worden war.

Und als acht Tage erfüllt waren, daß man ihn beschneiden sollte, da wurde sein Name Jesus genannt, welcher von dem Engel genannt worden war, ehe er im Leibe empfangen wurde. Und als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Moses' erfüllt waren, brachten sie ihn nach Jerusalem hinauf, um ihn dem Herrn darzustellen (gleichwie im Gesetz des Herrn geschrieben steht: "Alles Männliche, das die Mutter bricht, soll dem Herrn heilig heißen" und ein Schlachtopfer zu geben nach dem, was im Gesetz des Herrn gesagt ist: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.

Und siehe, es war in Jerusalem ein Mensch, mit Namen Simeon; und dieser Mensch war gerecht und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels; und der Heilige Geist war auf ihm. Und es war ihm von dem Heiligen Geist ein göttlicher Ausspruch geworden, daß er den Tod nicht sehen solle, ehe er den Christus des Herrn gesehen habe. Und er kam durch den Geist in den Tempel. Und als die Eltern das Kindlein Jesus hereinbrachten, um betreffs seiner nach der Gewohnheit des Gesetzes zu tun, da nahm auch er es auf seine Arme und lobte Gott und sprach: Nun, Herr, entlässest du deinen Knecht, nach deinem Worte, in Frieden; denn meine Augen haben dein Heil gesehen, welches du bereitet hast vor dem Angesicht aller Völker: ein Licht zur Offenbarung der Nationen und zur Herrlichkeit deines Volkes Israel. Und sein Vater und seine Mutter verwunderten sich über das, was über ihn geredet wurde. Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und Aufstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird (aber auch deine eigene Seele wird ein Schwert durchdringen), damit die Überlegungen vieler Herzen offenbar werden.

Und es war eine Prophetin Anna, eine Tochter Phanuels, aus dem Stamme Aser. Diese war in ihren Tagen weit vorgerückt und hatte sieben Jahre mit ihrem Manne gelebt von ihrer Jungfrauschaft an; und sie war eine Witwe von vierundachtzig Jahren, die nicht von dem Tempel wich, indem sie Nacht und Tag mit Fasten und Flehen diente. Und sie trat zu derselben Stunde herzu, lobte den Herrn und redete von ihm zu allen, welche auf Erlösung warteten in Jerusalem.

Und als sie alles vollendet hatten nach dem Gesetz des Herrn, kehrten sie nach Galiläa zurück in ihre Stadt Nazareth. Das Kindlein aber wuchs und erstarkte, erfüllt mit Weisheit, und Gottes Gnade war auf ihm (Lk. 2, 1-40).

 

 

Montag, 30. November 2015

Die Juden, die Heiden und die Gerechtigkeit Gottes

Die Juden, die Heiden und die Gerechtigkeit Gottes
Was sagen wir denn nun? Haben wir einen Vorteil? Gar keinen. Denn wir haben droben bewiesen, daß beide, Juden und Griechen, alle unter der Sünde sind, wie denn geschrieben steht: "Da ist nicht, der gerecht sei, auch nicht einer. Da ist nicht, der verständig sei; da ist nicht, der nach Gott frage. Sie sind alle abgewichen und allesamt untüchtig geworden. Da ist nicht, der Gutes tue, auch nicht einer. Ihr Schlund ist ein offenes Grab; mit ihren Zungen handeln sie trüglich. Otterngift ist unter den Lippen; ihr Mund ist voll Fluchens und Bitterkeit. Ihre Füße sind eilend, Blut zu vergießen; auf ihren Wegen ist eitel Schaden und Herzeleid, und den Weg des Friedens wissen sie nicht. Es ist keine Furcht Gottes vor ihren Augen." Wir wissen aber, daß, was das Gesetz sagt, das sagt es denen, die unter dem Gesetz sind, auf daß aller Mund verstopft werde und alle Welt Gott schuldig sei; darum daß kein Fleisch durch des Gesetzes Werke vor ihm gerecht sein kann; denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde. Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart und bezeugt durch das Gesetz und die Propheten. Ich sage aber von solcher Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesum Christum zu allen und auf alle, die da glauben. Denn es ist hier kein Unterschied: sie sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, so durch Jesum Christum geschehen ist, welchen Gott hat vorgestellt zu einem Gnadenstuhl durch den Glauben in seinem Blut, damit er die Gerechtigkeit, die vor ihm gilt, darbiete in dem, daß er Sünde vergibt, welche bisher geblieben war unter göttlicher Geduld; auf daß er zu diesen Zeiten darböte die Gerechtigkeit, die vor ihm gilt; auf daß er allein gerecht sei und gerecht mache den, der da ist des Glaubens an Jesum. (Röm. 3, 9-26).




(Rom 3:9-26)



Donnerstag, 5. November 2015

Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei

Wenn ich mit Menschen-und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, also daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze. Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungebärdig, sie suchet nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber der Wahrheit; sie verträgt alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles. Die Liebe höret nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden und die Sprachen aufhören werden und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und war klug wie ein Kind und hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, tat ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich's stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin. Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.
(1Co 13:1-13)


Sonntag, 25. Oktober 2015

Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt

Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem HERRN: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe. Denn er errettet dich vom Strick des Jägers und von der schädlichen Pestilenz. Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und deine Zuversicht wird sein unter seinen Flügeln. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild, daß du nicht erschrecken müssest vor dem Grauen der Nacht, vor den Pfeilen, die des Tages fliegen, vor der Pestilenz, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die im Mittage verderbt. Ob tausend fallen zu deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen. Ja du wirst mit deinen Augen deine Lust sehen und schauen, wie den Gottlosen vergolten wird. Denn der HERR ist deine Zuversicht; der Höchste ist deine Zuflucht. Es wird dir kein Übel begegnen, und keine Plage wird zu deiner Hütte sich nahen. Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen, daß sie dich auf Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. Auf Löwen und Ottern wirst du gehen, und treten auf junge Löwen und Drachen. "Er begehrt mein, so will ich ihm aushelfen; er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen. Er ruft mich an, so will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not; ich will ihn herausreißen und zu Ehren bringen. Ich will ihn sättigen mit langem Leben und will ihm zeigen mein Heil."
(Ps. 91:1-16)


Dienstag, 22. September 2015

Alles Was Wir Wissen

Alles Was Wir Wissen
Wir wissen, daß, wer von Gott geboren ist, der sündigt nicht; sondern wer von Gott geboren ist, der bewahrt sich, und der Arge wird ihn nicht antasten. Wir wissen, daß wir von Gott sind und die ganze Welt im Argen liegt. Wir wissen aber, daß der Sohn Gottes gekommen ist und hat uns einen Sinn gegeben, daß wir erkennen den Wahrhaftigen; und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben. Kindlein, hütet euch vor den Abgöttern! Amen. (1 Johannes 5:18-21).



Freitag, 11. September 2015

Die Güte des HERRN ist's . . . .

Die Güte des HERRN ist's, daß wir nicht gar aus sind; seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß.
Der HERR ist mein Teil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen.
Denn der HERR ist freundlich dem, der auf ihn harrt, und der Seele, die nach ihm fragt.
Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des HERRN hoffen. Es ist ein köstlich Ding einem Mann, daß er das Joch in seiner Jugend trage; daß ein Verlassener geduldig sei, wenn ihn etwas überfällt, und seinen Mund in den Staub stecke und der Hoffnung warte und lasse sich auf die Backen schlagen und viel Schmach anlegen.
Denn der HERR verstößt nicht ewiglich; sondern er betrübt wohl, und erbarmt sich wieder nach seiner Güte.
Denn er nicht von Herzen die Menschen plagt und betrübt, als wollte er die Gefangenen auf Erden gar unter seine Füße zertreten und eines Mannes Recht vor dem Allerhöchsten beugen lassen und eines Menschen Sache verkehren lassen, gleich als sähe es der HERR nicht. (Klagelieder 3:22-36).



Sonntag, 23. August 2015

Gott gab uns seinen eingeborenen Sohn, dass wir nicht verloren werden.


"Und wie Mose in der Wüste eine Schlange erhöht hat, also muß des Menschen Sohn erhöht werden, auf das alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse. Wer arges tut, der haßt das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit tut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden; denn sie sind in Gott getan"  (Johannes 3:14-21).





Sonntag, 16. August 2015

Das Versprechen des neuen Bunds

"Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund machen; nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern machte, da ich sie bei der Hand nahm, daß ich sie aus Ägyptenland führte, welchen Bund sie nicht gehalten haben, und ich sie zwingen mußte, spricht der HERR; sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel machen will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben; und sie sollen mein Volk sein, so will ich ihr Gott sein; und wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: "Erkenne den HERRN", sondern sie sollen mich alle kennen, beide, klein und groß, spricht der Herr. Denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünden nimmermehr gedenken" (Jer. 31:31-34).





Montag, 20. Juli 2015

Aber der HERR warf unser aller Schuld auf Ihn (Christum)

Wer hat dem geglaubt, was uns verkündigt ward, und der Arm des HERRN, wem ward er geoffenbart? Er wuchs auf vor ihm wie ein Schoß, wie ein Wurzelsproß aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und keine Pracht; wir sahen ihn, aber sein Anblick gefiel uns nicht. Verachtet war er und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Krankheit vertraut; wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt, so verachtet war er, und wir achteten seiner nicht. Doch wahrlich, unsere Krankheit trug er, und unsere Schmerzen lud er auf sich; wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und geplagt; aber er wurde durchbohrt um unserer Übertretung willen, zerschlagen wegen unserer Missetat; die Strafe, uns zum Frieden, lag auf ihm, und durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeder wandte sich auf seinen Weg; aber der HERR warf unser aller Schuld auf ihn. Da er mißhandelt ward, beugte er sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das vor seinem Scherer verstummt und seinen Mund nicht auftut. Infolge von Drangsal und Gericht wurde er weggenommen; wer bedachte aber zu seiner Zeit, daß er aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, wegen der Übertretung meines Volkes geschlagen ward? Und man gab ihm bei Gottlosen sein Grab und bei einem Reichen seine Gruft, obwohl er kein Unrecht getan hatte und kein Betrug in seinem Munde gewesen war. Aber dem HERRN gefiel es, ihn zu zerschlagen, er ließ ihn leiden. Wenn er seine Seele zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Nachkommen sehen und lange leben; und des HERRN Vorhaben wird in seiner Hand gelingen. An der Arbeit seiner Seele wird er sich satt sehen; durch seine Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen, und ihre Schulden wird er auf sich nehmen. Darum will ich ihm unter den Großen seinen Anteil geben, und er soll Starke zum Raube erhalten, dafür, daß er seine Seele dem Tode preisgegeben hat und sich unter die Übeltäter zählen ließ und die Sünden vieler getragen und für die Übeltäter gebetet hat!
(Isa 53:1-12)


Montag, 13. Juli 2015

Vor seinen Augen schweben

  

Vor seinen Augen schweben 


Von Nikolaus Ludwig Zinzendorf


1.) Vor seinen Augen schweben
Ist wahre Seligkeit.
Sich ihm zu eigen geben
Ist, was allein erfreut.
Nichts können und nichts wissen,
Nichts wollen und nichts tun,
Als Jesu folgen müssen:
Das heißt in Frieden ruhn.


2.) Der Christ steht aus dem Schlafe
In Christi Freundschaft auf.
Und fürchtet keine Strafe
Im ganzen Tageslauf.
Und ist der Tag vollendet,
So legt er sich zur Ruh’,
Von Christo unverwendet,
Tun sich die Sinne zu.


3.) So geht er fest und stille
Dahin bei Tag und Nacht.
Auf Jesum ist sein Wille,
Nicht auf die Welt bedacht.
Er hört und sieht und fühlet,
Hört, sieht und fühlt doch nicht
Und weiß, von Schmerz durchwühlet,
Kaum, dass ihm Weh geschicht.


4.) Gewiss, wer erst die Sünde
Getilgt durch Christi Blut
Und gleich dem frommen Kinde
Auf ihn lenkt Sinn und Mut,
Kann auch gottselig handeln
Und kann bald anders nicht.
Herr Jesu, lehr uns wandeln
In deiner Augen Licht.

Dienstag, 30. Juni 2015

O Haupt voll Blut und Wunden


O Haupt voll Blut und Wunden Songtext

O Haupt voll Blut und Wunden,
Voll Schmerz und voller Hohn,
O Haupt, zum Spott gebunden
Mit einer Dornenkron',
O Haupt, sonst schön gezieret
Mit höchster Ehr' und Zier,
Jetzt aber höchst schimpfieret:
Gegrüßet sei'st du mir!

Du edles Angesichte,
Davor sonst schrickt und scheut
Das große Weltgewichte,
Wie bist du so bespeit!
Wie bist du so erbleichet!
Wer hat dein Augenlicht,
Dem sonst kein Licht nicht gleichet,
So schändlich zugericht't?

Die Farbe deiner Wangen,
Der roten Lippen Pracht
Ist hin und ganz vergangen;
Des blaßen Todes Macht
Hat alles hingenommen,
Hat alles hingerafft,
Und daher bist du kommen
Von deines Leibes Kraft.

Nun, was du, Herr, erduldet,
Ist alles meine Last;
Ich hab' es selbst verschuldet,
Was du getragen hast.
Schau her, hier steh' ich Armer,
Der Zorn verdienet hat;
Gib mir, o mein Erbarmer,
Den Anblick deiner Gnad'!

Erkenne mich, mein Hüter,
Mein Hirte, nimm mich an!
Von dir, Quell aller Güter,
Ist mir viel Gut's getan.
Dein Mund hat mich gelabet
Mit Milch und süßer Kost;
Dein Geist hat mich begabet
Mit mancher Himmelslust.

Ich will hier bei dir stehen,
Verachte mich doch nicht!
Von dir will ich nicht gehen,
Wenn dir dein Herze bricht;
Wenn dein Haupt wird erblaßen
Im letzten Todesstoß,
Alsdann will ich dich faßen
In meinen Arm und Schoß.

Es dient zu meinen Freuden
Und kommt mir herzlich wohl,
Wenn ich in deinem Leiden,
Mein Heil, mich finden soll.
Ach, möcht' ich, o mein Leben,
An deinem Kreuze hier
Mein Leben von mir geben,
Wie wohl geschähe mir!

Ich danke dir von Herzen,
O Jesu, liebster Freund,
Für deines Todes Schmerzen,
Da du's so gut gemeint.
Ach gib, daß ich mich halte
Zu dir und deiner Treu'
Und, wenn ich nun erkalte,
In dir mein Ende sei!

Wenn ich einmal soll scheiden,
So scheide nicht von mir;
Wenn ich den Tod soll leiden,
So tritt du dann herfür;
Wenn mir am allerbängsten
Wird um das Herze sein,
So reiß mich aus den Ängsten
Kraft deiner Angst und Pein!

Erscheine mir zum Schilde,
Zum Trost in meinem Tod,
Und laß mich sehn dein Bilde
In deiner Kreuzesnot!
Da will ich nach dir blicken,
Da will ich glaubensvoll
Dich fest an mein Herz drücken.
Wer so stirbt, der stirbt wohl.

--von Paul Gerhardt


N. Zinzendorf hat geschrieben, Blut und Wunden haben mich mit Gott verbunden.

Donnerstag, 25. Juni 2015

Die Worte des Streiters für die Wahrheit


Die Worte des Streiters für die Wahrheit
Wer wahre Tapferkeit will seh'n,
Der komme nur hierher:
Dem Winde sieht er widersteh'n,
Dem Sturme auf dem Meer.
Hier zeiget sich ein edler Muth,
Hier regt sich echtes Heldenblut,
Nichts dämpft des Eifers hehre Glut:
Ein Pilgrim zu sein!

Wer Schreckbild über Schreckbild klar
Ihm vor die Seele schafft,
Stürzt selbst in Schmach sich und Gefahr,
Doch stählt des Gläub'gen Kraft:
Den schrecket keines Leuen Grimm
Und keines Riesen Ungestüm,
Ein Pilgrim zu sein!

Nicht böser Geist, nicht Teufelsbrut
Kann fürchterlich ihm sein,
Des Sieges Bürge ist sein Muth,
Das Erbe nennt er sein.
Drum fliehen vor ihm Tand und Pracht,
Nichts schreckt ihn, was ein Mensch auch sagt,
Er ringet eifrig Tag und Nacht,
Ein Pilgrim zu sein!

Montag, 22. Juni 2015

Luther, Martin – Jesus Christus, unser Heiland (Abendmahlslied)

 


Das Lied S. Johannis Hus’ gebessert
1. Jesus Christus, unser Heiland,
Der von uns den Gottes Zorn wandt,
Durch das bitter Leiden sein,
Half er uns aus der Höllen Pein.

2. Daß wir nimmer des vergessen,
Gab er uns sein Leib zu essen,
Verborgen im Brot so klein,
Und zu trinken sein Blut im Wein.

3. Wer sich will zu dem Tische machen,
Der hab wohl acht auf sein Sachen;
Wer unwürdig hiezu geht,
Für das Leben den Tod empfäht.

4. Du sollst Gott den Vater preisen,
Daß er dich so wohl wollt speisen,
Und für deine Missetat
In den Tod sein Sohn geben hat.

5. Du sollst glauben und nicht wanken,
Daß ein Speise sei den Kranken,
Den ihr Herz von Sünden schwer,
Und vor Angst betrübet, sehr.

6. Solch groß Gnad und Barmherzigkeit
Sucht ein Herz in großer Arbeit;
Ist dir wohl, so bleib davon,
Daß du nicht kriegest bösen Lohn.

7. Er spricht selber:Kommt, ihr Armen,
Laßt mich über euch erbarmen;
Kein Arzt ist dem Starken not,
Sein Kunst wird an ihm gar ein Spott.

8. Hättst dir war kunnt erwerben,
Was durft denn ich für dich sterben?
Dieser Tisch auch dir nicht gilt,
So du selber dir helfen willst.

9. Glaubst du das von Herzensgrunde
Und bekennest mit dem Mund,
So bist du recht wohl geschickt
Und die Speise dein Seel erquickt.

10.Die Frucht soll auch nicht ausbleiben:
Deinen Nächsten sollst du lieben,
Daß er dein genießen kann,
Wie dein Gott an dir getan.

Zinzendorf, Nikolaus von – Christi Blut und Gerechtigkeit

 


1. Christi Blut und Gerechtigkeit,
das ist mein Schmuck und Ehrenkleid,
damit will ich vor Gott bestehn,
wenn ich zum Himmel werd eingehn.


2. Drum soll auch dieses Blut allein
mein Trost und meine Hoffnung sein.
Ich bau im Leben und im Tod
allein auf Jesu Wunden rot.


3. Solang ich noch hienieden bin,
so ist und bleibet das mein Sinn:
Ich will die Gnad in Jesu Blut
bezeugen mit getrostem Mut.


4. Gelobet seist du, Jesu Christ,
daß du ein Mensch geboren bist
und hast für mich und alle Welt
bezahlt ein ewig Lösegeld.


5. Du Ehrenkönig Jesu Christ,
des Vaters ein’ger Sohn du bist;
erbarme dich der ganzen Welt
und segne, was sich zu dir hält.
      --Nikolaus von Zinzendorf

Dieses Lied enthält einige der wunderschönsten Kontemplationen unseres Glaubens an Jesus Christus. Sein Blut und seine Gerechtigkeit sind der Schmuck und das Ehrenkleid für alle, die an Ihn glauben und mit Ihm durch den Glauben und die Taufe bekleidet sind.  "Denn ihr alle seid Gottes Kinder durch den Glauben, in Christus Jesus; denn so viele von euch in Christus getauft sind, die haben Christus angezogen" (Gal. 3:26-27).




 







Samstag, 20. Juni 2015

Pilger versuchte die Angst seines Herzens vor Weib und Kindern zu verbergen

"In solchem Zustande ging er nach Hause und suchte die Angst seines Herzens, so lange wie er konnte, vor Weib und Kindern zu verbergen; da aber seine Unruhe zunahm, war es ihm nicht möglich, lange zu schweigen: deßwegen schüttete er zuletzt sein Herz vor ihnen aus und sprach: O, liebe Frau und liebe Kinder, ich muß euch sagen, es ist vorbei mit nur, denn es liegt mir eine schwere Last auf, und überdem habe ich in gewisse Erfahrung gebracht, daß die Stadt4), worin wir wohnen, durch Feuer vom Himmel verzehrt werden wird; bei dieser furchtbaren Zerstörung sollen wir aber Alle, ich, du liebe Frau und ihr meine süßen Kindlein, jämmerlich umkommen5), es sei denn, daß wir einen Weg ausfindig machten, auf dem wir dem Verderben entrinnen könnten, aber ich weiß keinen." --Pilgerreise, John Bunyan, Erster Teil, Erstes Kapitel

Donnerstag, 18. Juni 2015

Vergebung durch Wort und Tat erhalten (Konversation zwischen Herrn Mutherz und Christiana)

Vergebung durch Wort und Tat  erhalten

(Eine Konversation zwischen Herrn Muthherz und Christiana)
"In meinem Traume sah ich, wie Muthherz ihnen vorging und sie so zu der Stelle kamen, wo Christ's Last ihm vom Rücken fiel und in ein Grab rollte.1) Hier nun machten sie einen Halt und priesen Gott. Da fällt mir ein, sagte Christin, was zu uns an der Pforte gesagt ward, nämlich daß wir sollten Vergebung erhalten durch Wort und That. Das Wort das ist die Verheißung, davon weiß ich bereits Etwas; aber was es heißt: Vergebung erlangen durch die That oder in der Art, wie sie erworben worden, das wisset ihr wohl, lieber Herr Muthherz; saget uns daher Etwas davon, wenn's euch gefällig ist.
 
Muthherz. Vergebung durch die That ist solche, die durch Einen erworben worden für einen Andern, der ihrer bedarf; nicht durch Den, welchem die Vergebung zu Theil wird, sondern in der Art, sagt ein Anderer zu euch, in welcher Ich sie erworben habe. Und so ward denn, um ausführlicher davon zu reden, die Vergebung, welche dir, Barmherzig und diesen Knaben widerfahren, durch einen Andern erworben, nämlich durch Den, der euch durch die Pforte einließ. Er hat sie aber in zweifacher Weise erworben: Er hat alle Gerechtigkeit erfüllet, um euch damit zu bedecken, und Er hat sein Blut vergossen, um euch damit reinzuwaschen.
 
Christin. Aber, wenn Er seine Gerechtigkeit mit uns theilet, fehlt es Ihm dann nicht selbst daran?
Muthherz. Er hat mehr Gerechtigkeit, als du bedarfst, oder als Er selbst bedarf (denn für sich hat Er keine nöthig.)
 
Christin. O, sei so gut und mache mir dies klar.
 
Muthherz. Das will ich von Herzen gern thun. Allein zunächst muß ich vorausschicken, daß Der, von welchem ich jetzt rede, ein Solcher ist, der, seines Gleichen nicht hat. Er hat zwei Naturen in Einer Person, die leicht unterschieden, aber unmöglich geschieden werden können. Jeder dieser beiden Naturen gehört eine Gerechtigkeit und jede Gerechtigkeit Einer Natur wesentlich an: so daß die Natur ebensowenig vertilgt, als ihre Gerechtigkeit ihr kann genommen werden. Dieser zwiefachen Gerechtigkeit sind wir aber nicht also theilhaftig geworden, daß wenn sie zusammen oder irgend eine davon über uns gebracht würde, wir dadurch Gerechtigkeit und Leben hätten. Vielmehr gibt es noch eine andere Gerechtigkeit, welche unser Mittler insofern besitzt, als die zwei Naturen mit einander vereinigt sind. Und dies ist nicht die Gerechtigkeit der Gottheit, wie sie von der Menschheit verschieden ist, noch die Gerechtigkeit der Menschheit, wie sie verschieden ist von der Gottheit, sondern es ist eine Gerechtigkeit, welche in der Vereinigung der beiden Naturen besteht, und welche man eigentlich die Gerechtigkeit nennen kann, welche Ihm wesentlich angehört, weil Er von Gott zur Führung des Mittleramtes verordnet ist, welches Ihm vertrauet ward. So Er nun theilen würde mit seiner ersten Gerechtigkeit, theilete Er mit seiner Gottheit; so Er aber theilen würde mit der andern, theilete Er mit seiner reinen Menschheit, und so Er theilen würde mit der Dritten, so theilete Er mit der Vollkommenheit, welche zum Amte des Mittlers fähig machte. Darum hat Er eine andere Gerechtigkeit erworben, welche bestehet in der Vollbringung des Gehorsams, wie der Wille Gottes solchen geoffenbaret hat, und das ist die Gerechtigkeit, welche Er den bußfertigen Sündern schenket, und wodurch ihre Sünden bedecket werden. Und hierauf gehet das Wort: Gleichwie durch Eines Menschen Ungehorsam viele Sünder geworden sind, also auch durch Eines Gehorsam werden viele Gerechte.2)
 
Christin. Sind uns denn aber die andern Gerechtigkeiten zu Nichts nütze?
 
Muthherz. Allerdings; denn obgleich sie seinen Naturen und seinem Amte wesentlich angehören, und sie einander nicht mitgetheilt werden können: so kommt es hinwiederum durch ihre Vortrefflichkeit, daß die Gerechtigkeit, welche uns gerecht macht, eben hiezu tüchtig ist. Die Gerechtigkeit seiner Gottheit gibt seinem Gehorsam Kraft; die Gerechtigkeit seiner Menschheit gibt seinem Gehorsam Fähigkeit, gerecht zu machen, und die Gerechtigkeit, welche in der Vereinigung der beiden Naturen zur Führung seines Mittleramtes besteht, gibt seiner Gerechtigkeit das Ansehen, um zu vollbringen das Werk, zu welchem Er verordnet war.
 
Und so finden wir denn hier eine Gerechtigkeit, deren Christus als Gott nicht benöthigt ist, denn Er ist Gott, ohne sie; ferner eine Gerechtigkeit, deren Christus als Mensch selber nicht bedarf, denn er ist ein vollkommener Mensch ohne sie; und endlich eine Gerechtigkeit, die Christus als Gottmensch nicht braucht, und eben deßhalb an Andere hingibt. Darum wird solche auch genannt die Gabe der Gerechtigkeit.3) Diese Gerechtigkeit war es, die seit Jesus Christus, der Herr, sich unter das Gesetz gethan, mußte dargegeben werden; denn das Gesetz legt dem, welcher unter ihm stehet, nicht bloß die Verbindlichkeit auf, daß er recht thun, sondern auch daß er Liebe übe. 4) In Folge dessen mußte der auch, welcher zwei Kleider hatte, dem eins geben, der keins hatte.5) Nun hat unser lieber Herr wirklich zwei Kleider: eins für sich selbst und eins zum Austheilen; daher verleiht Er aus freier Gnade denen eins, welche keins haben. Und nun Christin, Barmherzig und Alle, die ihr hier seid — so erlangt ihr Vergebung durch die That oder durch das Werk eines Andern. Euer Herr Christus ist es, der sie wirket, und der das, was Er erworben, jedem armen Bettler, der zu Ihm kommt, austheilet.
 
Es mußte jedoch hinwiederum, um die Vergebung zu bewirken durch die That, Gott Etwas als Lösegeld dargebracht und uns zugleich Etwas zubereitet werden, womit wir völlig bedecket würden. Die Sünde hat uns dem gerechten Fluche des göttlichen Gesetzes überliefert. Nun müssen wir von diesem Fluche durch den Weg der Erlösung frei werden, indem ein Lösegeld bezahlt wird für den Schaden, den wir durch unsere Sünden angerichtet, und das ist geschehen durch das Blut unseres Herrn, der an eurer Statt eingetreten ist und den Tod erduldet hat um eurer Übertretungen willen. So hat Er euch erkauft mit seinem Blut und eure befleckten Seelen bedecket mit seiner Gerechtigkeit;6) um des, seinetwillen geht Gott gnädig an euch vorüber7) und will euch nicht verderben, wenn Er kommt die Welt zu richten.
 
Christin. Das ist vortrefflich! Nun sehe ich, daß daran Etwas zu lernen war, wie wir Vergebung haben durch Wort und That. Theure Barmherzig, laß uns trachten darnach, daß wir dies in unsern Herzen behalten, und auch ihr, lieben Kinder, vergesset es nie! Aber, lieber Herr, war es nicht gerade das, was es machte, daß meinem lieben Christ die Last von den Schultern fiel und wodurch er dreimal vor Freuden in die Höhe sprang?
 
Muthherz. Ja, es war der Glaube, welcher die Bande entzweischnitt, die auf keine andere Art zerschnitten werden konnten, und er empfing dadurch einen Beweis von der Kraft dieser Vergebung, daß er seine Last tragen mußte zum Kreuze.
 
Christin. Das dachte ich mir wohl, denn obgleich in meinem Herzen zuvor Licht und Freude war, so ist Solches doch jetzt zehnmal mehr der Fall. Und ich bin gewiß, nachdem was ich erfahren — und doch habe ich erst nur wenig erfahren — daß wenn ein Mann, auf dem die größte Last in der Welt läge, hier wäre, und sähe und glaubte, wie ich jetzt, es sein Herz froh und glücklich machen würde.
 
Christin. Es wird uns nicht allein Trost und Erleichterung von unserer Last dadurch, daß wir dies ansehen und betrachten, gegeben, sondern auch eine herzliche Liebe in uns erzeuget. Denn wer, der nur einmal bedenkt, daß die Vergebung nicht blos durch die Verheißung, sondern auch durch wiche That ihm bewirkt wird — sollte nicht Liebe haben zu Dem, welcher solche für ihn vollbracht hat?
 
Christin. Wahrlich, es ist als blute mir das Herz, wenn ich daran denke, daß Er für mich geblutet hat. O, du Gnadenreicher! o, du Gebenedeiter! Dir gebührt es, mich zu eigen zu haben, denn Du hast mich erkauft. Dir gebührt es, mich ganz zu besitzen, denn Du hast für mich zehntausendmal mehr bezahlt, als ich werth bin! Kein Wunder, daß darüber Thränen standen in meines Mannes Augen und es dadurch kam, daß er seinen schweren Weg so rasch verfolgte. Ich bin gewiß, er wünschte mich bei sich zu haben; aber ich, elende Nichtswürdige, ließ ihn allein ziehen! O, Barmherzig, daß dein Vater und deine Mutter doch auch hier wären! ja, und ebenso Frau Furchtsam! Ja, ich wünschte von ganzem Herzen Frau Wollust jetzt gleichfalls dabei! Gewiß, gewiß, auch ihre Herzen wurden ergriffen werden. Es würden weder die Furcht der Einen, noch die Lüste der Andern sie bewegen, nach Hause zurück zu gehen und keine guten Pilger werden zu wollen.
 
Muthherz. Du redest jetzt im Feuer deiner Empfindungen. Was meinst du, sollte es wohl immer so bleiben? »Zudem wird dies nicht Allen zu Theil, auch nicht Allen, die deinen Jesus bluten sehen. Es standen ja Manche dabei und sahen das Blut aus seinem Herzen auf die Erde fließen, und waren dennoch so ferne davon, daß sie, statt ihre Wehklagen zu erheben, Ihn verlachten, und statt seine Jünger zu werden, ihre Herzen wider Ihn verhärteten. Alles, was ihr in euch erfahren, meine Töchter, rührt her von einem besondern Eindruck, den die göttliche Gnade durch die Erwägung dessen auf euch gemacht, worüber ich zu euch geredet habe. Erinnert euch daran, wie zu euch gesagt worden, daß die Henne bei ihrem gemeinen Ruf ihren Küchlein kein Futter gebe. Was ihr habt, das habt ihr daher durch eine Erweisung besonderer Gnade." --Pilgerreise, John Bunyan, Zweiter Teil, Viertes Kapitel


Прощение словом (т.е. по обетованию) и делом

"Вот вижу во сне, что пилигримы весело идут вперед, имея во главе путеводителя Духа Твердости. Пришли они к тому месту, где бремя Христианина спало с его плеч и укатилось в могилу. Они тут остановились и воздали хвалу Богу. „Теперь, - сказала Христиана, - мне припомнилось, что нам было сказано у Тесных Врат, а именно: словом - значит по обетованию, а делом - т.е. указание на средства к получению его. Мне уже теперь известно прощение по обетованию, а что касается прощения посредством дела или действия, то ты, добрый наш Путеводитель, потрудись объяснить нам". 

Дух Те.: „Прощение вследствие дела есть то прощение, которое заслужено одним существом в пользу другого, нуждающегося в нем. Заметьте, что тот, который получил прощение, не нуждался в нем лично для себя, но приобрел его через совершенное им действие. И потому прощение, полученное тобой. Любовью и детьми твоими есть последствие дела искупления, совершенного Тем, Который впустил вас через Дверь. Он совершил это дело двояко. Он удовлетворил всевышнее правосудие, чтобы облечь вас в праведность, и Он пролил кровь Свою, чтобы омыть вас ею от греха. 

Христ.: „Но если Он облекает нас Своей праведностью, во что будет Он Сам облечен?"  

Дух Те.: „Его праведность превышает все то, что Он дарует и притом никак оттого уменьшиться не может".

Христ.: „Растолкуйте мне это, прошу вас".

Дух Те.: „Очень охотно. Прежде всего должен вас предупредить, что Тот, о Котором мы говорим, таков, что подобного себе не имеет. В Нем два существа в одном лице, которые легко можно отличить, но разделить невозможно. Каждому из сих двух существ принадлежит присущая ему праведность, так что невозможно отделить от одного из сих существ праведность Ему присущую, как нельзя уничтожить ни единого из его существ. Но эти два вида праведности присущие каждому из его двух существ - человеческому и божескому, не те, которыми он вас делает причастниками, ни через которых вы получаете жизнь и становитесь праведными.  

Кроме этих двух видов Он вмещает в себе еще и третий вид праведности. Этот третий вид не присущ ни Божеству Его, ни человечеству Его, но происходит от единения сих двух существ и необходим Ему для исполнения порученной Ему от Бога миссии посредничества. Если б Он сообщил вам первый вид Своей праведности, Он бы сложил с Себя свое Божество, если б Он даровал вам второй вид Он бы отнял чистоту Своего человеческого существа. Если б, наконец. Он даровал нам третий вид правдивости Своей, Он бы не вмещал в Своем лице ту полноту совершенства, которая обусловливает миссию посредничества. Итак, есть в Нем еще иная праведность, которую можно назвать оправдывающей. Ее Он приобрел чрез повиновение воле Бога, ею Он облекает преступивших эту волю, ею покрывает Он преступление закона. Поэтому он говорит, что как преступлением одного всем человекам осуждение, так правдою одного всем человекам оправдание" (Рим. 5,7). 
 

Христ.: „Но разве те три вида Его праведности остаются для нас без пользы?" 
 
Дух Те. .'„О да! Хотя два первые вида присущи Его двум существам, а третий его миссии посредника, и ни один из них вам сообщен быть не может, но совокупная сила их может произвести успешное действие в дарованной вам оправдывающей праведности.
 
Праведность Его божества дает силу Его повиновению; праведность Его человечества дает этому повиновению способность оправдывать; а праведность, происходящая от единения Его двух существ, дает власть оправдывающей праведности совершить дело, для которого определена Его миссия. 
 
Итак, в этой оправдывающей праведности Христос, как Бог, не имеет нужды, ибо Он Бог; как человек Он в ней так же не нуждается, ибо вмещает в Себе полноту совершенства. И потому эту оправдывающую праведность, которую Ему ни в каком отношении не приличествует иметь для Себя, Он предлагает, как дар; вот почему ее зовут в Писаниях: „дар праведности". 
 
Христос, став по человеческому Своему существу под законом, обязался исполнить его, и потому должен даровать эту оправдывающую праведность просящему у Него, ибо закон требует не только дела правды, но и дела милости и любви. А так как по закону следует имеющему две одежды дать одну неимеющему, то Господь, имеющий полноту праведности присущей Его лицу, предлагает и дарует оправдывающую праведность тем, кто в ней чувствует нужду. 
 
И теперь понимаете ли вы, Христиана, Любовь и все предстоящие, что ваше прощение есть плод действия или дела другого существа. Господь Иисус Христос тот, который совершил это дело, и всякому просящему у Него Он дает безвозмездно то, что Он приобрел в качестве Заступника и Искупителя. Но для того, чтобы прощение было безусловно и неизменно, следовало сперва выплатить долг, требуемый правосудием Божиим за грех, и приготовить нечто прикрывающее всецело беззаконие. Люди осуждены были на заслуженное ими проклятие за преступление правосудного закона. От этого проклятия могло только избавить искупление. Сам Господь, воплотившись, святой и непорочный стал на ваше место, праведный за неправедных и вынес на Себе определенное для вас проклятие и смерть за ваше беззаконие. Таким образом, Он искупил вас Своею кровью и прикрыл наши обезображенные грехом души оправдывающею праведностью, которую Он с таким страданием приобрел для вас. И отныне, когда настанет для мира день суда и возмездия. Господь не тронет вас Своим гневом, ибо на вас одежда праведности". 
 
Хр.: „Как славно и дивно хорошо. Теперь я понимаю, что означает прощение словом и делом. Милая подруга, и вы, дети мои, будем вечно помнить, что сделал для нас Христос. Скажите мне, добрый наш путеводитель, не это ли, о чем вы нам рассказали, было той причиной, что у мужа моего вдруг свалилось бремя с плеч? " 
 
Дух Тв.: „Вера его в искупление прорезала узы, которые связывали его с бременем греховным и не могли ничем иным быть прорезаны. И дабы он познал силу и действие этого искупления, ему было ведено нести бремя на плечах до самого подножия креста. Вид и размышление о том приносят нам не только мир и облегчение, но и внушают глубокую и действительную любовь к Тому, Кто совершил это искупление своей смертью". 
 
Хр.: „О, будь Имя Его благословенно! Он воистину искупил нас дорогой ценой, и мы по праву - Его. Увы! Как сильно желал муж мой, чтоб я отправилась с ним в пилигримство, а я как бездушная тварь воспротивилась его желанию. Милая Любовь, почему и твои родители не с нами теперь! Мне жаль всех своих знакомых и друзей, которые так над нами насмехались. Я уверена, что самые худшие из них почувствовали бы слезы умиления и раскаяния, если бы видели, что мы видим, и слышали, что мы слышим" (Гал.3,13).
 
 Дух Тв.: „Ты теперь так говоришь в пылу горячей любви и благодарности; не думаю, однако, чтоб это чувство в тебе было всегда одинаково сильно. Впрочем, не всякий способен душой взирать на умирающего за нас Искупителя. Некоторые стояли вблизи от Него, видели проливающуюся за них кровь, между тем были от Него так далеко душой, что вместо того, чтобы соболезновать Ему, они насмехались над Ним, и не только не сделались Его учениками, но ожесточили свое сердце против Него. Помните наставление, которое вы получили при виде наседки; при обыкновенном звуке ее, когда она созывает цыплят, она только напоминает о себе, но не дает им ничего. При особом роде звука она вручает им нечто. Ныне ваш духовный свет особая благодать, данная вам свыше". --Путешествие пилигрима, Вторая часть, Четвёртая голова

 

 

Ernüchternde Erinnerungen an die bisherige Pilgerreise

"Da war der zweite Ruheplatz,
Wo wir gehört, geseh'n
Von jenem herrlichgroßen Schatz,
Den Andre nicht versteh'n.
Es gaben Schaufel, Spinn' und Henn',
Die Küchlein mir dabei
Manch' gute Lehr' — o, daß sie denn
Mir auch zum Heile sei!
Der Schlächter, Garten und das Feld,
Rothkehlchen und sein Fang,
Und was der faule Baum enthält,
Gemahn' mich lebenslang!
Zum Wachen trelb's mich und Gebet,
Zum Ringen, treu zu sein,
Mein Kreuz zu tragen früh und spät,
Und Gott mich ganz zu weih'n."
--Pilgerreise, John Bunyan, Zweiter Teil, Viertes Kapitel

Dienstag, 16. Juni 2015

Unser Herr und Gott

“Ja, gut ist unser Herr und Gott,
Und seine Treue fest:
Da sie uns hilft in aller Noth
Und nimmer uns verläßt."
--Pilgerreise, von John Bunyan, Zweiter Teil, Sechstes Kapitel


Montag, 15. Juni 2015

Das Liedchen des Schäferknabens im Tal der Demut

Dem, welcher unten, droht kein Fall,
Und Stolz den Niedern nicht;
Die Demuth hat allüberall
Den Herrn zum Schutz und Licht.
Ich bin vergnügt mit meinem Theil,
Sei's wenig oder viel.
Erhalt' mir's, Herr, zu meinem Heil,
Dann komm ich aus am Ziel.
Nur eine Last ist Überfluß,
Die schwer den Pilger drückt;
Hier wenig, und dort Vollgenuß —
Das ist's, was recht beglückt.
     --Zweiter Teil, Sechstes Kapitel

„Если мое сердце будет бороться против гордости
и спокойно переносить унижение.
Господь всегда будет моим руководителем
и сохранит меня от падения.
На что мне богатства?
Довольствуюсь немногим,
любуюсь голубым небом;
прошу Бога вразумить меня.
Когда идешь в путь,
не бери с собою лишней тяжести,
потому что при опасности она стесняет.
Выносить беду и горе с веселым сердцем,
жить в Боге, Царе Небесном,
вот в чем заключается земное поприще человека пилигрима!"
      --Вторая часть, Шестая голова

Wer Gottes Weg will gehen

Viel Prüfung muß bestehen
Wer Gottes Weg' will gehen,
Er muß das Fleisch bekämpfen
Und seine Lüste dämpfen.
Stets kommt der Satan wieder:
Drum, Pilger, wach' und kämpft,
Damit du ihn bezwingest
Und durch die Pforte dringest!
     --Erster Teil, Zehntes Kapitel

Pilgers Preis und Dank zu Jesus

O Welt, voll Wunder! denn so muß ich's nennen—
Daß ich in solchen Nöthen ward bewahrt.
Mit Preis und Dank muß ich es laut bekennen:
Die Hand des Herrn schützt' meine Pilgerfahrt!
Es hatten Teufel, Hell und Sünde mich umgeben,
Als ich im Thal der Todesschatten war,
Es drohten Fallstrick', Schling' und Netze meinem Leben,
Und mich umringte stete Todsgefahr:
Doch hat mein Jesus mächtig mich befreit,
Ich leb' — Ihm sei die Ehr' in alle Ewigkeit!
       --Erster Teil, Neuntes Kapitel

Pilgers Liedchen des Mannes, der uns am Kreuz das Leben gewann

„So lang', so lang'  ward ich  beschwert  mit  meinen  Sünden 
Und konnte  nirgend Trost  und nirgend  Rettung  finden, 
Bis  daß  ich kam  zu diesem  Ort,  O Wonne! 
Hier  ging mir  auf des  Friedens  gold'ne  Sonne, 
Ja, hier  mußt'  fallen  mir  die  Last  vom  Rücken, 
Ich  los  hier werden von des  Satans  Stricken. 
Gepriesen,  Kreuz,  gepriesen  seist  du, Grab! 
Allein  unendlich  mehr  gepriesen  sei  der Mann, 
Der durch den  Tod am  Kreuz  das  Leben  mir  gewann!“
                --Erster Teil, Fünftes Kapitel


„До сего места я пришел, обремененный грехом,
ничто не могло дать мне покой.
И здесь - о. Крест святой! - нашел я избавление,
о, будь благословен Тот, Кто принял на нем постыдную смерть!
Велика любовь, велика милость Его
к бедным пилигримам!
Для нас он совершил тяжелый трудный путь,
и мира грех Он пригвоздил к древу страдания.
Взгляните ж на Него со всех концов вселенной и будете спасены!"

Einführung, Pilgerreise, Auszüge

Auf Deutsch
Als ich durch die Wüste dieser Welt wanderte, kam ich an eine Stelle, wo eine Höhle war. Hier legte ich mich nieder, um zu schlafen, und als ich schlief, hatte ich einen Traum. Mir träumte, und siehe ich sah einen Mann da stehen, der war gekleidet in schmutzige Lumpen, das Gesicht hatte er von seinem Hause weggewandt, ein Buch in der Hand und eine große Last auf dem Rucken. Ich gab Acht und sah, daß er das Buch aufmachte und darin las. Und als er las, fing er an zu weinen und zu zittern, und da er sich nicht länger halten konnte, brach er in den Angstschrei aus: „Was soll ich thun?„ --Erster Teil, Erstes Kapitel


По-русски
Когда я странствовал по дикой пустыне этого мира, я наткнулся на одно место, где находился вертеп. Там я лег отдохнуть и вскоре заснул. И вот приснился мне сон:
Вижу человека, одетого в грязные рубища, который стоял неподвижно на дороге, спиной к своему жилищу. В руках его была книга, а на спине тяжелое бремя. Гляжу он открывает книгу и читает, но почему-то вдруг залился слезами и задрожал (Ис. 64,6; Лук. 14, 33). Потом, как бы не в силах превозмочь тревожного чувства, он воскликнул отчаянным голосом: „Что мне делать?"--Часть 1, Глава 1


In der Pilgerreise von John Bunyan wird es dem Leser bald klar, daß Bunyan seinen eigenen Erfahrungen Ausdruck gibt.  Er schreibt von seinem Herzen zu den Herzen aller Gläubiger an Jesus Christus.  Bunyans Pilgerreise ist lange Zeit für viele Christen eine große Tröstungsquelle gewesen. Sogar wenn man dieses Werk schon früher im Leben gelesen hat, empfehle ich ein zweites oder ein drittes Lesen. Für mich war das Lesen der Pilgerreise lebensverändernd.